Diese Anleitung bringt Ihre ALKIS-Lieferung mit dem freien norGIS-ALKIS-Import von norBIT in eine PostgreSQL/PostGIS-Datenbank [1]. Sie funktioniert auch auf einem abgeschotteten Server: Alle Dateien lädt vorab ein Rechner mit Internet, zum Beispiel über Ihre IT-Sicherheit.
Sie brauchen einen Windows-Server, auf dem Sie Programme installieren dürfen, Ihre NAS-Lieferung vom Katasteramt und die Downloads aus Schritt 1. Die Installation dauert etwa eine halbe Stunde, der Import einer mittelgroßen Stadt rund 20 Minuten.
Überblick
- Dateien herunterladen und auf den Server bringen
- PostgreSQL installieren
- PostGIS installieren
- Datenbank
alkisanlegen - norGIS-ALKIS-Import installieren
- NAS-Lieferung importieren
- Ergebnis prüfen
Läuft bei Ihnen bereits PostgreSQL mit PostGIS, springen Sie von Schritt 1 direkt zu Schritt 4.
Schritt 1: Dateien herunterladen
Diese Liste geben Sie so an Ihre IT-Sicherheit. Alle Adressen sind direkte Downloads ohne Anmeldung.
| Baustein | Download | Größe |
|---|---|---|
| Installationsprogramm OSGeo4W | https://download.osgeo.org/osgeo4w/v2/osgeo4w-setup.exe | 1 MB |
| PostgreSQL 18 | https://get.enterprisedb.com/postgresql/postgresql-18.6-1-windows-x64.exe | 355 MB |
| PostGIS für PostgreSQL 18 | https://download.osgeo.org/postgis/windows/pg18/postgis-bundle-pg18x64-setup-3.6.2-1.exe | 100 MB |
| norGIS-ALKIS-Import mit allen Bibliotheken | Paketordner, erzeugt mit dem Befehl unten | 204 MB |
Bei PostgreSQL und PostGIS nehmen Sie jeweils die aktuelle 18er-Version. Das PostGIS-Paket mit pg18 im Namen gehört zu PostgreSQL 18.
Der Paketordner für den Importer
Der Importer kommt als Paket alkis-import-gid7 über OSGeo4W, das Installationsprogramm der freien Geo-Software. Es bringt den Importer, GDAL mit NAS-Treiber, Python und alle Bibliotheken mit [1]. Auf einem Rechner mit Internet lädt dieser Befehl alles in einen Ordner, ausgeführt in einer Eingabeaufforderung im Ordner von osgeo4w-setup.exe:
osgeo4w-setup.exe --download --quiet-mode --autoaccept --only-site --site https://download.osgeo.org/osgeo4w/v2 --local-package-dir C:\OSGeo4W-Paket --packages alkis-import-gid7
| Parameter | Bedeutung |
|---|---|
--download | nur herunterladen, nichts installieren |
--quiet-mode | ohne Dialoge |
--autoaccept | Lizenzen der Pakete annehmen (alles freie Software) |
--only-site --site https://download.osgeo.org/osgeo4w/v2 | ausschließlich vom offiziellen OSGeo-Server laden |
--local-package-dir C:\OSGeo4W-Paket | Zielordner |
--packages alkis-import-gid7 | der norGIS-ALKIS-Import samt allem, was er braucht |
Der Lauf dauert etwa eine Minute und kommt mit normalen Benutzerrechten aus. Legen Sie danach osgeo4w-setup.exe mit in den Ordner C:\OSGeo4W-Paket.
Per Mausklick geht es ebenso: osgeo4w-setup.exe starten, „Fortgeschrittene Installation” → „Ohne Installation herunterladen”, Paketverzeichnis C:\OSGeo4W-Paket, Downloadsite https://download.osgeo.org, dann das Paket auswählen wie in Schritt 5.
Auf den Server kopieren
Per USB-Stick oder Netzfreigabe kommen auf den Server:
- der Ordner
C:\OSGeo4W-Paket, - die Installer von PostgreSQL und PostGIS,
- die NAS-Lieferung, entpackt in einen eigenen Ordner, etwa
C:\NAS.
Ab hier arbeitet der Server komplett offline.
Schritt 2: PostgreSQL installieren
Starten Sie den PostgreSQL-Installer als Administrator und klicken Sie mit „Next” durch. Zwei Seiten brauchen Ihre Aufmerksamkeit:
Select Components: Entfernen Sie den Haken bei „Stack Builder”. PostGIS installieren Sie gleich aus der mitgebrachten Datei.

Password: Vergeben Sie ein Passwort für den Datenbank-Administrator postgres und notieren Sie es.
Alle übrigen Vorschläge übernehmen Sie, auch den Port 5432.
Schritt 3: PostGIS installieren
Starten Sie den PostGIS-Installer, bestätigen Sie mit „I Agree” und entfernen Sie auf der Seite „Choose Components” zwei Haken: „Register PROJ_LIB Env Var” und „Register GDAL_DATA Env”.

So nutzt der Importer später seine eigenen, neueren Hilfsdateien für die Koordinatenumrechnung. Den Rest übernimmt der Assistent.
Schritt 4: Datenbank anlegen
Öffnen Sie pgAdmin 4 aus dem Startmenü, klappen Sie links „Servers” auf und klicken Sie auf „PostgreSQL 18”. pgAdmin fragt nach dem Passwort aus Schritt 2.
- Rechtsklick auf „Databases” → „Create” → „Database…”, Name
alkis, „Save”. - Die neue Datenbank
alkisaufklappen, Rechtsklick auf „Extensions” → „Create” → „Extension…”, Namepostgis, „Save”.

Auf einem vorhandenen Datenbankserver legen Sie die Datenbank genauso an. Am besten gehört sie einem eigenen Benutzer, etwa alkis_import, mit dem der Importer dann arbeitet.
Schritt 5: norGIS-ALKIS-Import installieren
Starten Sie osgeo4w-setup.exe aus dem Ordner C:\OSGeo4W-Paket, wählen Sie „Fortgeschrittene Installation” und dann „Aus einem lokalen Verzeichnis installieren”.

Das Installationsverzeichnis C:\OSGeo4W übernehmen Sie, als lokales Paketverzeichnis tragen Sie C:\OSGeo4W-Paket ein. In der Paketauswahl suchen Sie nach alkis, klappen „Desktop” auf und klicken bei alkis-import-gid7 auf „Skip”, bis die Versionsnummer erscheint:

Die Zusatzpakete bestätigen Sie mit „Weiter”. Nach etwa einer Minute ist die Installation abgeschlossen.
Schritt 6: NAS-Lieferung importieren
Starten Sie „norGIS ALKIS Import (gid7)” aus dem Startmenü. Oben stehen Datenbank und Einstellungen, in der Mitte die Dateiliste, unten das Protokoll.

Datenbank (links oben): Host localhost oder der Name Ihres Datenbankservers, Port 5432, Datenbankname alkis, Benutzer postgres oder Ihr Import-Benutzer, dazu das Passwort. Die übrigen Felder bleiben, wie sie sind.
Einstellungen (rechts oben):
- „Datenbestand (neu)anlegen” anhaken. Das gilt für den ersten Import in eine leere Datenbank; der Importer legt dann das ALKIS-Datenmodell an.
- Koordinatensystem passend zur Lieferung wählen, meist
UTM32N(EPSG:25832), in den östlichen Ländern oftUTM33N(EPSG:25833).
Dateien: Über „Verzeichnis hinzufügen…” wählen Sie den Ordner mit der Lieferung.
Dann klicken Sie „Starten”. Der Importer liest Datei für Datei ein und bereitet die Daten danach für Karte und Liegenschaftsbuch auf. Fertig ist er, wenn das Protokoll „Import nach … erfolgreich beendet.” meldet. Die Stadt Bottrop mit 3,8 GB NAS-Daten braucht dafür rund 20 Minuten.
Schritt 7: Ergebnis prüfen
Rechtsklick in pgAdmin auf die Datenbank alkis → „Query Tool”, diese Abfrage einfügen und mit F5 ausführen:
SELECT
(SELECT count(*) FROM ax_flurstueck) AS flurstuecke,
(SELECT count(*) FROM ax_gebaeude) AS gebaeude,
(SELECT count(*) FROM po_labels) AS beschriftungen;
Für Bottrop ergibt das 43.386 Flurstücke, 66.392 Gebäude und 91.008 Beschriftungen. Die Zahlen Ihres Gebiets kennt Ihr Katasteramt. Die Zahl der Grundbuchbestände steht am Ende des Import-Protokolls.
In QGIS zeigen Sie die Daten mit dem freien Plugin „norGIS ALKIS-Einbindung” an, das den amtlichen Signaturkatalog mitbringt [2]. Wie das Schritt für Schritt geht, zeigt die Folgeanleitung ALKIS in QGIS anzeigen.
Spätere Lieferungen
Der Importer merkt sich Verbindung, Einstellungen und Dateiliste. Für die nächste Lieferung:
- Datenbank sichern: in pgAdmin Rechtsklick auf
alkis→ „Backup…”. - Importer öffnen, „Datenbestand (neu)anlegen” bleibt leer.
- Alte Dateien mit „Alle wählen” und „Gewählte entfernen” aus der Liste nehmen, den neuen Ordner hinzufügen, „Starten”.
Unser Produkt ALKIS Direkt erledigt diese Schritte als geplante Aufgabe: Sicherung, Import, Aufbereitung für die Auskunft und eine Plausibilitätsprüfung laufen dann automatisch.
Wenn etwas hakt
Fehler zur PROJ-Datenbank („DATABASE.LAYOUT.VERSION”). Auf dem Server sind systemweite Variablen PROJ_LIB, PROJ_DATA oder GDAL_DATA gesetzt, meist durch das PostGIS-Setup. Entfernen Sie sie unter Systemsteuerung → System → Erweiterte Systemeinstellungen → Umgebungsvariablen und starten Sie den Importer neu.
Verbindung zur Datenbank schlägt fehl. Prüfen Sie Host, Port und Passwort. Ein entfernter Datenbankserver braucht einen Eintrag für den Import-Server in pg_hba.conf und Port 5432 in der Firewall.
Geometrien liegen an der falschen Stelle. Das Koordinatensystem passt nicht zur Lieferung. Datenbank neu anlegen und mit dem richtigen System importieren.
Welche Version und welches Koordinatensystem hat meine Lieferung? Beides steht in den ersten Zeilen jeder NAS-Datei. Öffnen Sie die kleinste Datei in einem Texteditor und suchen Sie nach gid/ und crs. gid/7.1 bedeutet Paket alkis-import-gid7, gid/6.0 Paket alkis-import. ETRS89_UTM32 bedeutet UTM32N, ETRS89_UTM33 bedeutet UTM33N.
Einzelne Dateien brechen ab. Setzen Sie in der Dateiliste den Haken vor dieser Datei; der Importer überspringt dann fehlerhafte Objekte darin und protokolliert sie [1].
Zum Üben: freie Testdaten
Nordrhein-Westfalen stellt die Grundrissdaten des Liegenschaftskatasters als NAS frei bereit, je Kreis und kreisfreier Stadt, unter der Datenlizenz Deutschland – Zero [3] [4]. Sie enthalten Flurstücke, Gebäude, Nutzung und Topographie ohne Eigentümerangaben und eignen sich gut für eine Testinstallation. Die Bottroper Zahlen oben stammen aus diesen Daten.
Hintergrund: die Bausteine
- PostgreSQL mit PostGIS ist die Datenbank, in der die ALKIS-Daten liegen.
- GDAL/OGR liest das NAS-Format mit seinem NAS-Treiber [5].
- norGIS-ALKIS-Import ist die Oberfläche darüber: Er legt das Datenmodell an, steuert das Einlesen und bereitet die Daten auf [1].
Alle drei sind freie Software, der Importer steht unter der GPLv2 [6]. Der Import selbst kostet damit keine Lizenz, und die Daten bleiben in Ihrer eigenen Datenbank. Wir setzen genau diese Kette selbst bei mehreren Kommunen im Produktivbetrieb ein.
Aus der fertigen Datenbank speisen Sie QGIS, WMS- und WFS-Dienste oder ein Geoportal wie das Masterportal. Wie die Kette mit automatischer Aktualisierung, Auskunft und Eigentümerabfrage zusammenläuft, zeigt der Datenfluss in ALKIS Direkt.
Quellen
- [1] norBIT GmbH: norGIS ALKIS-Import (Projektseite: Pakete in OSGeo4W, Optionen der Oberfläche). norbit.de/68
- [2] norBIT: alkisplugin – QGIS-Plugin zur Einbindung von ALKIS-Daten aus norGIS-Importen. github.com/norBIT/alkisplugin
- [3] Geobasis NRW: Grundrissdaten (NAS), Paketierung nach Kreisen und kreisfreien Städten. opengeodata.nrw.de
- [4] Bezirksregierung Köln, Geobasis NRW: Grundrissdaten (Produktbeschreibung). bezreg-koeln.nrw.de
- [5] GDAL Documentation: NAS – ALKIS (vector driver). gdal.org
- [6] norBIT: alkisimport – README und LICENSE (GPLv2). github.com/norBIT/alkisimport