Ihre ALKIS-Daten liegen in PostGIS, jetzt werden sie sichtbar: Diese Anleitung macht aus der Datenbank eine Flurkarte in amtlicher Darstellung, mit Flurstückssuche und Flurstücksnachweis per Klick. Alles läuft mit freier Software, auch auf einem Rechner ohne Internet.
Sie brauchen die ALKIS-Datenbank aus der Anleitung zum NAS-Import, einen Windows-Rechner, auf dem Sie Programme installieren dürfen, und die zwei Downloads aus Schritt 1. Die Einrichtung dauert etwa eine halbe Stunde, die meiste Zeit davon installiert sich QGIS von allein.
Überblick
- Dateien herunterladen
- QGIS installieren
- Plugin norGIS ALKIS-Einbindung installieren
- Verbindung zur Datenbank einrichten
- Flurkarte einbinden
- Flurstück suchen und Nachweis abrufen
- Projekt speichern und weitergeben
Schritt 1: Dateien herunterladen
Diese Liste geben Sie so an Ihre IT-Sicherheit. Beide Adressen sind direkte Downloads ohne Anmeldung.
| Baustein | Download | Größe |
|---|---|---|
| QGIS 3.44 LTR | https://download.qgis.org/downloads/QGIS-OSGeo4W-3.44.15-1.msi | 552 MB |
| Plugin norGIS ALKIS-Einbindung | https://plugins.qgis.org/plugins/alkisplugin/version/2.0.64/download/ | 1 MB |
LTR steht für die Langzeitversion von QGIS, die bis zur nächsten LTR-Version Fehlerkorrekturen bekommt [1]. Nehmen Sie die jeweils aktuelle LTR-Version und die aktuelle Plugin-Version; laut Plugin-Verzeichnis läuft das Plugin mit QGIS 3 und QGIS 4 [2]. Der zweite Link liefert eine Datei alkisplugin.2.0.64.zip, die Sie ungeöffnet lassen.
Beide Dateien kopieren Sie auf den Rechner, auf dem QGIS laufen soll, zum Beispiel nach C:\Downloads.
Schritt 2: QGIS installieren
Starten Sie QGIS-OSGeo4W-3.44.15-1.msi als Administrator, stimmen Sie der Lizenz zu und übernehmen Sie alle Vorschläge mit „Next” und „Install”. Die Installation braucht rund 15 Minuten.
Danach finden Sie „QGIS Desktop 3.44” im Startmenü. Beim ersten Start meldet QGIS ohne Internet „Open Sans Schriftartinstallation gescheitert”; die Meldung schließen Sie einfach.
Schritt 3: Plugin installieren
Im QGIS-Menü „Erweiterungen” → „Erweiterungen verwalten und installieren…” wählen Sie links „Aus ZIP installieren”, tragen die ZIP-Datei ein und klicken „Erweiterung installieren”:

Die Sicherheitswarnung bestätigen Sie mit „Ja”, das Plugin kommt direkt von norBIT über das offizielle QGIS-Verzeichnis. Nach „Erweiterung erfolgreich installiert” schließen Sie das Fenster. Oben erscheint eine neue Werkzeugleiste mit drei grünen Symbolen: Suchen, Flurstücksnachweis und Hervorhebungen entfernen.
Schritt 4: Verbindung einrichten
Öffnen Sie „Datenbank” → „ALKIS” → „Konfiguration…”. Das Plugin versucht zuerst eine Verbindung mit leeren Daten und fragt nach Zugangsdaten; klicken Sie dort „Abbruch”. Dann öffnet sich die Konfiguration:
- Host
localhostoder der Name Ihres Datenbankservers - Datenbankname
alkis - Benutzername und Paßwort Ihres Datenbank-Benutzers (Port
5432und Schemapublicstehen schon da)
Klicken Sie „Modelle laden”. Rechts erscheinen die Modellarten Ihrer Datenbank; die passende Auswahl und der Signaturkatalog „Farbe” sind schon gesetzt:

Schritt 5: Flurkarte einbinden
Im selben Fenster klicken Sie „Layer einbinden”. Nach einigen Sekunden steht links unter „Layer” die Gruppe ALKIS. Setzen Sie den Haken vor „ALKIS”, dann zeichnet QGIS die Karte.
In der Übersicht über das ganze Gebiet wirkt die Karte noch blass. Beim Heranzoomen erscheinen Gebäude, Hausnummern, Straßennamen und Nutzungsarten in der amtlichen Darstellung nach dem Signaturkatalog der GeoInfoDok:

Die Gruppe enthält Ebenen für Flurstücke, Gebäude, Lagebezeichnungen, Verkehr, Vegetation, Gewässer und mehr. Jede lässt sich per Haken einzeln ein- und ausblenden.
Schritt 6: Flurstück suchen und Nachweis abrufen
Das erste grüne Symbol öffnet die ALKIS-Suche. Auf der Karteikarte „Gemarkung/Flur/Flurstück” wählen Sie nacheinander Gemarkung, Flur und Zähler. Schon bei der Auswahl springt die Karte hin und hebt die Treffer gelb hervor:

Die weiteren Karteikarten suchen nach Flurstückskennzeichen, Straße und Hausnummer oder Beschriftung. Das dritte Symbol entfernt die gelbe Hervorhebung wieder.
Für den Flurstücksnachweis wählen Sie das zweite Symbol und klicken auf ein Flurstück. Das Plugin zeigt Kennzeichen, amtliche Fläche, Adressen und Nutzungsarten:

Enthält Ihre Datenbank Eigentümerdaten, zeigt der Nachweis zusätzlich Buchung und Eigentümer [2].
Schritt 7: Projekt speichern und weitergeben
Mit „Projekt” → „Speichern” (Strg+S) sichern Sie Karte und Einstellungen als .qgz-Datei, etwa ALKIS.qgz. Ein Doppelklick auf die Datei oder „Projekt” → „Öffnen…” bringt beim nächsten Mal alles zurück.
Für Kolleginnen und Kollegen an anderen Arbeitsplätzen:
- QGIS und Plugin dort genauso installieren (Schritte 2 und 3).
- In der Konfiguration als Host den Namen des Datenbankservers eintragen.
- Einen eigenen Lese-Benutzer verwenden. Das Plugin speichert das Passwort unverschlüsselt in Konfiguration und Projekt; ein Benutzer mit reinen Leserechten hält die Datenbank dabei sicher.
Den Lese-Benutzer legen Sie einmal in pgAdmin an: Rechtsklick auf die Datenbank alkis → „Query Tool”, diese Zeilen mit eigenem Passwort ausführen (F5):
CREATE ROLE alkis_leser LOGIN PASSWORD 'IhrPasswort';
GRANT CONNECT ON DATABASE alkis TO alkis_leser;
GRANT USAGE ON SCHEMA public TO alkis_leser;
GRANT SELECT ON ALL TABLES IN SCHEMA public TO alkis_leser;
ALTER DEFAULT PRIVILEGES FOR ROLE postgres IN SCHEMA public
GRANT SELECT ON TABLES TO alkis_leser;
Die letzte Zeile gibt dem Lese-Benutzer auch Zugriff auf Tabellen, die spätere Importe neu anlegen [3]. Importieren Sie mit einem eigenen Benutzer, setzen Sie dessen Namen statt postgres ein. Karte, Suche und Flurstücksnachweis laufen mit diesem Benutzer vollständig.
Wenn etwas hakt
Die Karte bleibt leer. Prüfen Sie den Haken vor der Gruppe „ALKIS”. Steht er, zoomen Sie mit der Suche aus Schritt 6 auf ein Flurstück.
„Modelle laden” zeigt keine Modellarten. Die Karte zeichnet aus den aufbereiteten Tabellen po_… des Imports. Der Import muss bis zur Meldung „Import nach … erfolgreich beendet.” durchgelaufen sein.
Die Verbindung schlägt fehl. Prüfen Sie Host, Datenbankname, Benutzer und Passwort. Von einem Arbeitsplatz aus braucht der Datenbankserver einen Eintrag für dessen Netz in pg_hba.conf und Port 5432 in der Firewall.
Zum Üben: Die Karten in dieser Anleitung zeigen die freien Grundrissdaten der Stadt Bottrop aus Nordrhein-Westfalen [4], eingelesen wie in der Anleitung zum NAS-Import. Sie enthalten keine Eigentümerangaben.
Hintergrund
Die Darstellung entsteht in zwei Stufen: Der norGIS-ALKIS-Import bereitet beim Einlesen Punkte, Linien, Flächen und Beschriftungen nach den Regeln der GeoInfoDok vor, das Plugin bindet diese Tabellen mit den passenden Signaturen in QGIS ein [2]. Beide stammen von norBIT und stehen unter der GPLv2 [5].
QGIS eignet sich für den Arbeitsplatz im Fachamt. Dasselbe Projekt läuft mit QGIS Server als WMS und WFS für jedes Geoportal; wie das geht, zeigt die Folgeanleitung ALKIS als WMS und WFS bereitstellen. Soll die Flurkarte mit Suche und Auskunft allen Mitarbeitenden im Browser zur Verfügung stehen, übernimmt das ein Geoportal auf derselben Datenbank. Wie das mit Rollen, Protokoll und Eigentümerauskunft aussieht, zeigt ALKIS Direkt.
Quellen
- [1] QGIS-Projekt: Download und Release-Zyklus (LTR). qgis.org
- [2] norBIT: norGIS ALKIS-Einbindung (QGIS-Plugin-Verzeichnis, Version 2.0.64). plugins.qgis.org
- [3] PostgreSQL Documentation: ALTER DEFAULT PRIVILEGES. postgresql.org
- [4] Geobasis NRW: Grundrissdaten (NAS), Paketierung nach Kreisen und kreisfreien Städten. opengeodata.nrw.de
- [5] norBIT: alkisplugin – Quellcode und Lizenz. github.com/norBIT/alkisplugin